Druckgrafik mit Pferd und Reiter
© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: A. Diesend

Tendenz Abstraktion – Kandinsky und die Moderne um 1910

Die Ausstellung stellt Tendenzen der Abstraktion in der Kunst um 1910 vor und präsentiert rund 100 Werke, darunter Druckgrafik, Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder. Im Fokus steht die zentrale Figur für die ‚Erfindung‘ der Abstraktion, Wassily Kandinsky (1866–1944), mit einem umfassenden Konvolut seiner Druckgrafik aus Privatbesitz. Insbesondere das von 1902 bis 1912 geschaffene Holzschnittwerk ist für das Verständnis von Kandinskys Idee des  „Geistigen in der Kunst“ und den Entstehungsprozess seiner Abstraktion nicht hoch genug einzuschätzen.

  • Laufzeit 15.02.2019—12.05.2019
  • Öffnungszeiten 10—18 Uhr, Dienstag geschlossen
  • Eintrittspreise regulär 6 €, ermäßigt 4,50 €, unter 17 frei, Gruppe ab 10 Personen 5,50 €

Impressionen

Tendenz

Die reduktive Drucktechnik ermöglichte Kandinsky stark vereinfachte flächige Darstellungen, die in den farbigen Drucken suggestive Farbklänge erzeugen. Im Austausch mit Gabriele Münter und Franz Marc entwickelten sich die Ideen des Blauen Reiter und Kandinskys Vorstellungen einer von den Beschränkungen der illusionistischen Nachahmung der Gegenstandswelt befreite und nur der „inneren Notwendigkeit“ folgenden Kunst. Dass die Suche nach formaler Vereinfachung und Abstrahierung ein Hauptanliegen der künstlerischen Avantgarde war, wird durch eine konzentrierte Auswahl weiterer Positionen der Klassischen Moderne gezeigt.

Druckgrafik mit Pferd und Reiter
© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: A. Diesend
Wassily Kandinsky, Umschlag zum Almanach „Der Blaue Reiter“, Farbholzschnitt, 279 x 212 mm

Text

Die Schau erzählt die Vorgeschichte der Ausstellung Zukunftsräume. Kandinsky, Mondrian, Lissitzky und die abstrakt-konstruktive Avantgarde in Dresden 1919 bis 1932 im Albertinum. Zugleich führt sie das Thema Abstraktion bis in die Gegenwart: In direkter Nachbarschaft zu Kandinsky sind aus der Sammlung Hoffmann Werke des japanischen Künstlers Hiroshi Sugimoto (* 1948) zu sehen, dessen minimalistisch-abstrakte Fotografien über Zeiten und Kulturen hinweg mit Kandinskys Arbeiten in einen Dialog treten.

Werke

Hiroshi Sugimoto. Photographs

In den berühmten „Seascapes“ des japanischen Fotografen Hiroshi Sugimoto (*1948) teilt die Horizontlinie Wasser und Himmel in exakt zwei gleich große unterschiedlich graue Flächen. Mit der minimalistisch abstrahierten Darstellung strebt der Künstler zeitlose Ansichten vom Meer an, „Ur-Bilder“, wie sie die Menschen schon vor Jahrtausenden gesehen haben.

Auch in seinen anderen Serien gelangt Sugimoto über den fotografischen Augenblick hinaus zu konzentrierten Bildern: Die gleißend helle Leinwand im Kino zeigt mittels langer Verschlusszeit die Lichtprojektion eines ganzen Films und lässt an das „Schwarze und Weiße Quadrat“ von Kasimir Malewitsch denken, die Fotografien der 1001 Buddhas evozieren in der Serialität von Motiv und Ausschnitt spirituelle Unendlichkeit. Wie lässt sich Sugimotos kontemplativer Blick mit Kandinskys Vorstellungen vom Geistigen in der Kunst in Verbindung bringen?

Werke

Termine

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Zukunftsräume

im Albertinum

Grünes Gewölbe

im Residenzschloss

Saal voller Spiegel und Juwelen
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