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Biografie von Joseph Beuys

Erstellt auf der Grundlage von Joseph Beuys. Parallelprozesse (2010) und Joseph Beuys - Zeichnungen: "Ich bin interessiert an Transformation, Veränderung, Revolution" (2006) sowie Joseph Beuys - kleine Zeichnungen: aus dem Bestand der Stiftung Museum Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten, Joseph-Beuys-Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen (1995).

 

1921

Joseph Heinrich Beuys wird am 12. Mai in Krefeld geboren. Seine Eltern sind Josef Jakob Beuys, ein Kaufmann und dessen Frau Johanna Maria Margarete, geb. Hülsermann. Im Herbst des Jahres zieht die Familie nach Kleve.

1927–1931

Besuch der Volksschule in Kleve, anschließend Schüler des Staatlichen Gymnasiums Kleve.

1939

Beuys schließt sich einem Zirkus an, um für ein Jahr lang als Kaskadeur mitzuwirken. 

1941

Er verlässt das Gymnasium mit dem Reifevermerk. Im gleichen Jahr meldet er sich freiwillig zum Militär und beginnt dort eine Ausbildung zum Bordfunker.

1943

Beuys schreibt in einem Brief an seine Eltern, dass er nach dem Krieg den Beruf des Bildhauers ergreifen will. 

1944

Aufenthalt in einem Lazarett, nachdem er während eines Einsatzes als Bordfunker über der Krim abgestürzt ist. Beuys wird nun als Fallschirmjäger an der Westfront eingesetzt. 

1945

Beuys kommt in der Zeit vom 18. Mai bis zum 05. August in britische Kriegsgefangenschaft in Cuxhaven.

1946–1951

Aufnahme an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Anfangs studiert er bei Josef Enseling, später wechselt er in die Klasse von Ewald Mataré.

1952

Beuys wird Meisterschüler von Mataré.

1953

Erste Einzelausstellung vom 13. Februar bis zum 15. März in Kranenburg im Haus der Brüder van der Grinten, die zwei Jahre zuvor auch schon frühe Werke Beuys‘ angekauft hatten. 

1955–1958

Längerer Aufenthalt in Kranenburg im Hause van der Grinten, wo Beuys eine tiefe Krise überwindet. 

1959

Heirat mit Eva Wurmbach am 19. September.

1961

Beuys wird Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Am 22. Dezember wird Sohn Wenzel geboren. 

1963

Erstes Fluxus-Konzert in der Aula der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, im Herbst des Jahres zugehörige Ausstellung im Stall des Hauses van der Grinten in Kranenburg.

1964

Beuys beteiligt sich an der documenta III in Kassel mit Zeichnungen und Plastiken. Am 11. Oktober wird Tochter Jessyka geboren. 

1967–1968

Er gründet die Deutsche Studentenpartei. Erste monografische Ausstellung im Städtischen Museum Mönchengladbach, woraufhin der Sammler Karl Ströher alle ausgestellten Arbeiten erwirbt. 

1971

Beuys gründet die Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung – Freie Volksinitiative e.V. Düsseldorf. 

1972 

Fristlose Entlassung als Hochschullehrer am 11. Oktober, nachdem Beuys mit abgewiesenen Studienbewerbern das Sekretariat der Kunstakademie besetzt hatte, um deren Aufnahme in seine Klasse zu erzwingen. 

1974 

Aktion „I Like America and America Likes Me“ in der New Yorker Galerie von René Block.

1976 

Joseph Beuys vertritt Deutschland mit seinem Environment „Straßenbahnhaltestelle“ im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig.

1977 

Beuys errichtet die Installation „Honigpumpe am Arbeitsplatz“ auf der documenta 6 in Kassel.

1979 

Im September wird Beuys mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet. Im gleichen Jahr kandidiert er für die Europawahl der GRÜNEN, die er mitbegründet hatte. Im November Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York. 

1980 

Beuys lehnt eine Berufung an die Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, die er zwei Jahre zuvor erhalten hatte, ab. Er wird Spitzenkandidat der GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl im Herbst. 

1982 

Aktion „Stadt-Verwaldung anstelle von Stadt-Verwaltung. 7000 Eichen“ auf der documenta 7 in Kassel. 

1984 

Ausstellung und Vorträge in Tokio.

1985 

Im Museo di Capodimonte in Neapel eröffnet Beuys seine letzte, noch von ihm selbst installierte Ausstellung „Palazzo Regale“.

1986 

Joseph Beuys erhält den Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg. Er stirbt am 23. Januar in seinem Atelier in Düsseldorf. 

 

 

Weiterführende Literatur zum Werk von Beuys

Ausst.-Kat. Bedburg-Hau 1995

Joseph Beuys - kleine Zeichnungen: aus dem Bestand der Stiftung Museum Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten, Joseph-Beuys-Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen, hg. von Förderverein Museum Schloss Moyland, Ausst.-Kat. Bedburg-Hau, Museum Schloss Moyland, 1995, Bedburg-Hau: Förderverein Museum Schloss Moyland 1995.

Ausst.-Kat. Berlin 2021

Von der Sprache aus. Joseph Beuys zum 100. Geburtstag, hg. von Nina Schallenberg, Ausst.-Kat. Berlin, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, 2021, Berlin: Hatje Cantz 2021.

Ausst.-Kat. Dresden 2021

Joseph Beuys. Linie zu Linie – Blatt um Blatt. Die Zeichnungssammlung der Familie Beuys, hg. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Mailena Mallach, Stephanie Buck und Marion Ackermann, Ausst.-Kat. Dresden, Kupferstich-Kabinett, 2021, München: Schirmer/Mosel Verlag 2021.

Ausst.-Kat. Düsseldorf 2010

Joseph Beuys. Parallelprozesse, hg. von Marion Ackermann und Isabelle Malz, Ausst.-Kat. Düsseldorf, K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2010, München: Schirmer/Mosel Verlag 2010.

Ausst.-Kat. Karlsruhe 2006

Joseph Beuys - Zeichnungen: "Ich bin interessiert an Transformation, Veränderung, Revolution", hg. von Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und Kirsten Claudia Voigt, Ausst.-Kat. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 2006, Karlsruhe: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 2006.

Ausst.-Kat. Stuttgart 2021

Joseph Beuys. Der Raumkurator, hg. von Ina Conzen und Nathalie Lachmann, Ausst.-Kat. Stuttgart, Staatsgalerie Stuttgart, 2021, Stuttgart: Belser 2021.

Ausst.-Kat. Wien 2021

Joseph Beuys. Denken. Handeln. Vermitteln, hg. von Stella Rollig und Harald Krejci, Ausst.-Kat. Wien: Belvedere 21, 2021, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König 2021.

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