Zeichnung von zwei Personen
© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Andreas Diesend

Aufbruch an der Akademie – Josef Hegenbarth und seine Meisterschülerin Traute Gruner

Die unmittelbaren Nachkriegsjahre bedeuteten für den Zeichner und Illustrator Josef Hegenbarth eine Zeit des künstlerischen Aufbruchs.

  • Laufzeit 01.09.2024—06.04.2025
  • Öffnungszeiten Sonntag 15—18 Uhr

1945 aus Böhmisch Kamnitz

1945 aus Böhmisch Kamnitz nach Dresden zurückgekehrt, erhielt der über 60-jährige Hegenbarth zunächst eine Anstellung an der Hochschule für Werkkunst unter dem Rektorat von Will Grohmann. Er wechselte dann an die Akademie der bildenden Künste und gehörte, als diese am 17. April 1947 wieder ihren Lehrbetrieb aufnahm, zu den Professoren der ersten Stunde. Eine der Studierenden, die die ersten Nachkriegssemester miterlebte, war die aus dem erzgebirgischen Stollberg stammende und heute in Baden-Württemberg lebende Traute Gruner. Unter ihrem Geburtsnamen Schäfer war sie die einzige Frau, die das Meisterschülerstudium bei Josef Hegenbarth absolvierte.

Künstlerinnen und Künstler malen im Aktsaal
Josef Hegenbarth, Im Aktsaal, um 1948

Aus Anlass

Aus Anlass des 100. Geburtstages der Künstlerin im Dezember 2024 zeigt das Josef-Hegenbarth-Archiv in einer dialogischen Ausstellung Arbeiten von Traute Gruner und ihrem Mentor aus der gemeinsamen Akademiezeit. Die Werke Hegenbarths werfen ein Schlaglicht auf diese kurze aber intensive Periode seines Schaffens, in der er nicht nur sein Lehramt ausübte, sondern außerdem zu einem gefragten gesamtdeutschen Künstler avancierte. Dazu veranschaulichen Traute Gruners Zeichnungen – vor allem Porträts und Akte, die das Josef-Hegenbarth-Archiv 2018 von der Künstlerin im Rahmen einer großzügigen Schenkung erhielt, die inspirierende Rolle des Lehrers, die zeichnerische Meisterschaft der Schülerin, aber auch die Aufbruchstimmung dieser Jahre.

Zeichnung des Seitenprofils eines älteren Mannes
Traute Gruner, Bildnis eines alten Mannes im Dreiviertelprofil, 1947

Frühe Blätter

Frühe Blätter und solche, die nach dem Studium entstanden, ergänzen die Präsentation. Ausgewählte Briefe gewähren Einblicke in die freundschaftliche Verbindung Traute Gruners mit dem Ehepaar Hegenbarth, die auch nach ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik 1951 jahrzehntelang bestehen blieb. Die Ausstellung wird begleitet von einem Veranstaltungsprogramm, das sich an Besucher*innen jeden Alters richtet und Führungen nach individueller Absprache ebenso beinhaltet wie Workshops für Kinder und Jugendliche. 

Porträt eines Jungen mit dunklen Haaren
Josef Hegenbarth, Kopf eines Jungen, en face, um 1948

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