Ich bin ein Sender... Die Zeichnungen von Joseph Beuys
Joseph Beuys (1921–1986) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit. Als Zeichner, Bildhauer, Aktions- und Installationskünstler sowie als Lehrer und Denker entwickelte er einen erweiterten Kunstbegriff, der Kunst auch als gesellschaftliche Gestaltungskraft verstand. Seine Zeichnungen bilden das Fundament seines künstlerischen Schaffens, sie sind Experimentierfeld, Denkraum und Laboratorium zugleich – Werke, in denen Beuys sein symbolisches Vokabular, Materialprozesse und energetische Prinzipien entwickelte.
- Ausstellungsort Residenzschloss
- Laufzeit 23.10.2026—17.01.2027
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Öffnungszeiten
täglich
10—17 Uhr, Dienstag geschlossen
Reformationstag,
31.10.2026
10—17 Uhr
Buß- und Bettag,
18.11.2026
10—17 Uhr
Der Titel der Ausstellung
Die Ausstellung präsentiert mehr als 100 Zeichnungen aus der Sammlung Aeneas Bastian. Durch den ständigen Austausch seines Vaters Heiner Bastian mit Joseph Beuys, dessen Freund und Mitarbeiter er war, verfügt die Familiensammlung über eine einmalige Integrität und einen besonderen inneren Zusammenhang. Die zwischen 1945 und 1985 entstandenen Arbeiten geben einen vielfältigen Einblick in vier Jahrzehnte des zeichnerischen Schaffens des Künstlers. Frühe Landschaften, botanische Studien und mythisch-symbolische Kompositionen stehen neben späteren, zunehmend experimentellen Arbeiten, in denen Materialien wie Fett, Braunkreuz, Eisenchlorid oder Fundstücke aus Papier eine zentrale Rolle übernehmen. Für Beuys waren diese Substanzen keine bloßen Werkzeuge, sondern Träger eigener Energien und Potenziale, die Veränderung, Wachstum und Transformation sichtbar machen. Die Zeichnung war für den Künstler weit mehr als ein Medium der Darstellung. Sie diente ihm als „Denkform“ – als Ort der Beobachtung, Forschung und Erkenntnis.
Der Ausstellungstitel „Ich bin ein Sender…“ zitiert Beuys und verweist auf seine Vorstellung von Zeichnung als übertragendes Medium. Zeichnungen transportieren Gedanken, Energien und Vorstellungen und bilden das Bindeglied zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen künstlerischer Idee und gesellschaftlichem Handeln. Die Ausstellung eröffnet damit einen neuen Blick auf das zeichnerische Werk von Joseph Beuys und zeigt, wie grundlegend die Zeichnung für sein Denken und seinen bis heute wirkmächtigen Kunstbegriff war.
Die Ausstellung wurde organisiert vom Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und der Menil Collection, Houston.
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Unbekanntes aus Italien. Zeichnungen des 16. Jahrhunderts neu erforscht
im Residenzschloss




